Wann hast Du Deine Praxis zuletzt mit frischen Augen angesehen? Als jemand, der zum ersten Mal durch die Türe geht. Als neuer Patient, als Bewerber, als potenzieller Partner. Was siehst Du dann?
Dieser Praxis-Check hilft Dir, ehrlich hinzuschauen und zu erkennen, wo Dein Unternehmen Verbesserungspotenzial hat.
Drei Bereiche, die Du jetzt bewerten solltest
Ein Bereich davon wiegt heute schwerer als die anderen beiden zusammen: wie Deine Praxis auf gute Physiotherapeuten wirkt. Weil Patienten oft trotzdem kommen, solange es in der Umgebung keine guten Alternativen gibt. Gute Fachkräfte dagegen haben die Wahl. Und sie entscheiden sich für die Praxis, die sie überzeugt, lange bevor überhaupt ein Bewerbungsgespräch stattfindet.
Erster Bereich: Dein Auftritt als Arbeitgeber. Wie wirkt Deine Praxis auf jemanden, der einen neuen Job sucht? Sieht er moderne Räume, motivierte Kollegen, eine Praxis mit Perspektive? Laut einer Studie des Schweizerischen Verbands Freier Berufe (2025) nennen Physiotherapeuten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung als Hauptgrund für die hohe Auslastung in Praxen. Ein unordentlicher, veralteter Auftritt schreckt gute Bewerber ab, noch bevor das erste Gespräch stattfindet.
Zweiter Bereich: Die Infrastruktur. Sind die Therapieräume noch zeitgemäss? Haben Deine Mitarbeitenden die Arbeitsmittel, die sie motiviert halten und gute Arbeit ermöglichen? Genau hier verbinden sich Patientenerlebnis und Employer Branding. Eine Praxis, die in ihre Ausstattung investiert, gewinnt beides gleichzeitig.
Dritter Bereich: Das Patientenerlebnis. Wie lange warten Patienten, bis sie einen Termin bekommen? Wie wird der Empfang erlebt? Bekommen Patienten nach der Behandlung das Gefühl, dass man sich wirklich um sie kümmert? Das Patientenerlebnis entscheidet über Weiterempfehlungen. Und Weiterempfehlungen sind der Grund, warum Deine Praxis gut läuft.
Was die Zahlen zeigen
Das bedeutet für Dich als Praxisinhaber: Die Zeiten, in denen Therapeuten aktiv nach Stellen gesucht haben, sind vorbei. Heute suchen offene Stellen nach den richtigen Therapeuten. Wer als Arbeitgeber überzeugt, bevor das erste Gespräch stattfindet, gewinnt den Wettbewerb um gute Fachkräfte und sichert damit auch die Qualität, die Patienten erwarten.
Viele Praxen weisen einen Modernisierungsstau auf, der konkrete Wettbewerbsnachteile schafft, bei Bewerbern und im bestehenden Team gleichermassen. Praxen, die in Teamkultur, Ausstattung und Aussenauftritt investieren, wachsen deutlich stärker als der Branchendurchschnitt.
Der entscheidende Punkt: Modernisierung bedeutet nicht alles neu. Es bedeutet, die richtigen zwei oder drei Hebel zu finden, die Deine Praxis für Bewerber und für Dein bestehendes Team sichtbar attraktiver machen.
Was sich lohnt und was nicht
Lohnend: Investitionen, die gleichzeitig für Bewerber und für Dein Team wirken. Ein einladender Empfangsbereich, gute Online-Präsenz, klare Kommunikation darüber, was Deine Praxis als Arbeitgeber besonders macht.
Weniger lohnend: Grosse Umbauten ohne klaren Fokus. Wenn Du neu streichst, aber weder die Teamstimmung noch das Bewerbererlebnis verbesserst, änderst Du optisch viel und strategisch nichts.
Im SPP-Netzwerk haben viele Praxisinhaber genau diesen Blick von aussen erhalten, auf die Praxis als Arbeitgebermarke und auf das, was das für die Behandlungsqualität bedeutet. Was Du von innen nicht mehr siehst, sieht jemand anderes sehr klar.
Das Fazit: Gutes Personal ist die Voraussetzung für ein gutes Patientenerlebnis, nicht sein Nebeneffekt. Deine Praxis verdient es, von Dir selbst mit denselben hohen Ansprüchen bewertet zu werden, die gute Physiotherapeuten heute an ihren Arbeitgeber stellen. Mach den Check. Und dann weisst Du, wo Du ansetzt.
Sprich mit jemandem, der von aussen schaut.
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